Opel Senator A und Monza

 
 
Opel Senator A und Monza
 
Mit dem Senator und dessen Coupeableger Monza versuchte Opel sowohl die hochwertigen Commodore B Versionen, als auch die kurz zuvor eingestellte Kapitän-Admiral-Diplomat B Baureihe zu ersetzen.
 

Big Business von vorne..

Ein Vorhaben, an dem sich auch der Preis der neuen Opelluxusklasse orientierte. Als Motoren standen ein 2,8 Liter Vergasermotor mit 140 PS und ein neuer 3,0 Liter Einspritzer mit 180 PS zur Wahl.
Zunächst nur mit Automatik, da das Schaltgetriebe kurz vor Serienanlauf noch ausgetauscht wurde. Zuerst sollte für alle Modelle eine 3,50:1 im ersten Gang übersetzte Ausführung des australischen Torquemaster MC6 Getriebes zum Einsatz kommen, welche dann durch das deutsche Getrag-Getriebe 264/1 (1. Gang 3,85:1) für den Dreiliter und durch ein mit neuem, verstärktem Gehäuse versehenes Opel-Getriebe aus dem Rekord-E-Diesel für den 2,8 Liter ersetzt wurde.
Alufelgen in 14 Zoll (15 Zoll gegen Aufpreis) und Servolenkung waren bei allen Senator- (ab C-Ausstattung) und Monzamodellen serienmäßig.
 
Sowohl Senator als auch Monza gab es in den Ausstattungsvarianten Basis und C. Die Topausstattung CD blieb dem Senator vorbehalten.
Das Basismodell war besonders im Innenraum wenig wohnlich eingerichtet, besonders beim Monza, wo Holz selbst am Armaturenbrett gänzlich fehlte, der dafür aber mit einem Drehzahlmesser aufwarten konnte.
Mehr bot die C-Ausstattung, die mit Feinvelours (das endlich strapazierfähiger war als beim Commodore B) an den Sitzen und Türverkleidungen sowie Feinveloursteppichen, diversen Holzimitaten und Chromleisten an den Türen dem Fahrzeug eine wesentlich angemessenere Innenraumanmutung schuf.

…und von hinten

 

S-Ausstattung: Funktionalität mit sportlichem Akzent

Wer es noch luxuriöser mochte, griff zum Senator CD, der mit speziellen Sitzen und einem mit Veloursteppich ausgeschlagenem Kofferraum nochmals deutlich gegenüber der C-Ausstattung aufgewertet wurde. Nahezu alle für die Baureihe lieferbaren Extras besaß der CD bereits serienmäßig ab Werk, so z.B. Klimaanlage, den 3,0 Liter Einspritzmotor und das Automatikgetriebe, um nur einige zu nennen.
Nach außen hin wiesen besondere, in schwarz lackierte, Segmente in den Alufelgen und schwarze Fensterrahmen auf den Senator CD hin. Lediglich eine Option war das “S” Paket, daß sich mit der Basis- und der C-Ausstattung, jedoch nicht mit der CD Ausstattung, kombinieren ließ. Es umfaßte Zusatzinstrumente (bei Basis), einen Kühlergrill ohne Chromrippen, ein Sportlenkrad sowie ein Sportfahrwerk ).Neu im Programm war ab dem Modelljahr 1979 der 3,0 Liter Vergasermotor mit 150PS. Im Januar 1981 erfolgte eine umfassende Veränderung der Innenausstattung. Dies geschah, um den eigenständigen Auftritt dieser Modelle dem Rekord E/Commodore C gegenüber zu betonen.
Das Armaturenbrett und die Türverkleidungen wurden radikalen Änderungen unterworfen. Der Radioschacht entsprach der neuen DIN-Norm und ein Bordcomputer war nun gegen Aufpreis lieferbar. Der 2,8 Liter Vergasermotor wurde durch einen 136 PS starken 2,5 Liter Einspritzer ersetzt. Im Januar 1983 erfolgte dann die endgültige Umstellung auf das A2 Modell.
 
Im Stil der Zeit waren die Karosserieformen nun deutlich abgerundet, die Chromstoßstangen wurden durch Kunststoffschürzen ersetzt.
Als neue Basismotorisierung bot Opel im A2 den 2,0 Vierzylinder Einspritzmotor mit 115 PS an, eine Maßnahme, die das Flaggschiff der Modellreihe in den Augen der Käufer deutlich abwertete.
Nach den starken Verkaufseinbrüchen während der zweiten Ölkrise sollte der A2 für neuen Schwung sorgen, was ihm aber nur unvollständig und kurzfristig gelang.

Edle Sportlichkeit: der Monza

 

Die Sitze des C-Modells in edlem Grün

Im September 1983, zum Modelljahr 1984, führte Opel den Monza GSE ein. Der Name GSE besaß einen guten Ruf und sollte das sportliche Image des Wagens, daß durch die Einführung der 4-Zylinderversion deutlich gelitten hatte, wiederherzustellen, in dem man die Topmotorisierung (3,0 E 180PS) nach außen deutlich darstellte. Ein großer Heckspoiler, Seitenschweller und Recarositze im sportlichen chic der 80er, sorgten beim GSE für einen entsprechenden optischen Auftritt.
1984, nur kurz nach seiner Einführung, wurde der 2,0E Basismotor mit 115 PS durch den wesentlich drehmomentstärkeren 2,2 i Motor mit ebenfalls 115PS ersetzt. Die Fahrzeugqualität erreichte im Jahr 1984 einen traurigen Tiefpunkt.
 
Durch ständige Einsparungen an Material und Produktionsaufwand litt besonders der Rostschutz. Sparmaßnahmen wie auf Nietenbefestigung umgestellten Fensterhebern mit starker Bruchanfälligkeit verschreckte die verwöhnte Oberklassenkundschaft.
Im Jahr 1985 erfuhren Senator und Monza die letzten großen Modifikationen vor der Produktionseinstellung 1986. Neben einem Dieselmotor und einem 156 PS starken 3,0 Liter 6 Zylinder mit geregeltem 3-Wegekatalysator (der 3,0 Liter mit 180PS blieb parallel im Programm) erhöhte Opel die Leistung des 2,5 Liter 6Zylinder Einspritzmotors von 136 auf 140 PS.

Königliche Farben: Innenraum des CD

 

Der Senator als CD-Modell

Die alte Dreigangautomatik wich dem Aisin Warner AW 03-71 L 4-Gang-Automatikgetriebe. Besonders selten sind die nur jeweils ein Jahr gebauten 2,0 Liter, 3,0 Liter Kat (ca. 300 Stück) und die Turbo- (63 kW/86 PS) sowie Comprex-Dieselversionen (500 Stück, 70 kW/95 PS), jedoch nicht unbedingt besonders gesucht.
Rückblickend begann mit den Senator- und Monzamodellen Opels Imageverlust in den 80er Jahren. Mit der Einführung des 4-Zylindermodells und den Verzicht auf 8- Zylinderversionen gab Opel selbst ein Stück weit den eigenen Anspruch an ein hochwertiges Oberklassemodell ab.
 
Während die Marke in den 60er und 70er Jahren für Preiswürdigkeit und Solidität, sowie Zuverlässigkeit bekannt war, machte die katastrophale Karosseriequalität dieser beiden Modelle, besonders in den letzten drei Produktionsjahren, zusammen mit der durch Sparwahn verursachten Defektanfälligkeit den guten Ruf schnell zunichte.
In der eigenen Darstellung wird diese Tatsache oft als Umstand der Marktentwicklung dargestellt. Allein jedoch die Marktentwicklung dafür verantwortlich zu machen wäre eine unzulässige Schönfärberei der eigenen Marketingfehler.

So präsentierte sich der Senator ab 1982

 
Modellveränderungen
 
August 1978 Einführung 3,0 Liter 6 Zylinder Vergaser mit 150PS
Januar 1981 Neue Innenausstattung ( vom A2 Modell vorweggenommen ), Bordcomputer gegen Aufpreis lieferbar, neue Stahlfelgen für Basis, Wegfall des ,2,8 Liter Motors, Einführung 2,5 Liter Sechszylinder Einspritzmotor mit 136 PS, neue Farbpalette.
Januar 1983 Facelift zum sog. A2 Modell mit Kunststoffstoßstangen, weiße Blinker, kein Chrom um Heckleuchten, dafür durchgehende Heckblende, graue statt glanzeloxierte Fensterzierleisten, neue Farbpalette, 3,0 Liter Einspritzer mit 12 Gegengewichten an der Kurbelwelle und LE statt L-Jetronic Einspritzung, Wegfall des 3,0 Liter Vergasermotors, Hinterachse mit 3.15er Übersetzung bei Automatik und damit Anhängelast auf 1600kg reduziert.
September 1983 Monza GSE mit Spoiler, Seitenschwellern, Recarositzen, Alufelgen in Anthrazitsonderfarbe und 3,0E Motor.
1984 Motor 2,2i ersetzt Motor 2,0E. Beides Vierzylinder mit 115 PS, jedoch 2,2i mit höherem Drehmoment.
1985 neue Farbpalette, Dieselmotor lieferbar, Wegfall Chromrahmen innen an Türverkleidung, 3,0 Liter mit 156 PS und geregeltem 3 Wege Katalysator lieferbar, neue 4 Gangautomatik.
Mitte 1986 Produktionseinstellung

 

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