Opel Rekord D

 
 
Der Opel Rekord D
 
Mit ca. 1,3 Millionen produzierten Fahrzeugen (inkl. Commodore A) war die Rekord C Baureihe der erfolgreichste Rekord aller Zeiten. Dank der CIH Motoren, der neuen und größeren Karosserie, sowie der verbesserten Hinterachse war der Rekord C in technischer Hinsicht ein Quantensprung. Was lag näher als dem Rekord D die Bezeichnung Rekord II zu geben und damit klarzustellen, daß er der direkte Nachfolger des überragenden Rekord C war und nicht einfach nur ein neuer Rekord wie viele vor ihm? Mit diesem Namen wurde der Wagen im Januar 1972 offiziell vorgestellt. Das Design war stark verändert worden. Viel Glas, und ein Design, daß sich an der Form mehrerer zusammengesetzter Röhrenabschnitte orientierte, fanden von Anfang an Gefallen.
 
War der Rekord C bei seiner Vorstellung wegen seines neuen Design des öfteren kritisiert worden, so fand das Rekord D Design, das wiederum alle bekannten Karosserievarianten und die L Ausstattung bot, allseitige Zustimmung.
Nur das Coupe mußte sich leichte Kritik gefallen lassen. Es besaß, im Gegensatz zum Rekord C Coupe, eine feste B Säule und das beliebte Fastback-Heck wich einem de facto Stufenheck. Um trotz dessen den Coupecharakter optisch zu gewährleisten, wurden kurzerhand alle Fensterflächen deutlich stärker geneigt, die Formen dadurch fließender. Damit besaß das Coupe, anders als noch beim Vorgänger, eine eigene Frontscheibe und war nicht mehr, bis auf das Heck, mit der 2-türigen Limousine identisch.

Der Rekord im neuen Design auf flotter Fahrt

 

Die Basisausstattung des Rekord

Die Innenraummaße blieben unverändert, obwohl der Wagen eine um wenige Zentimeter geringere Außenbreite verfügte. Die überarbeitete Vorder- und Hinterachse, jetzt beide mit breiterer Spur und waagerecht stehenden Hinterachsstoß-dämpfern, (außer Caravan, weiterhin konstruktionsbedingt schräge Dämpferanordnung), kamen dem Fahrverhalten zu gute. Opel warb mit dem neuen “Tri-Stabil-Fahrwerk” und verschwieg dabei, daß es sich noch immer um eine Starrachse handelte. Dennoch konnte der Wagen bei Tests gegen Konkurrenzmodelle mit Einzelradaufhängung überzeugen.
Ab 1975 war der Rekord D als Ausstattungsvariante “Berlina” lieferbar. Neben einer hochwertigen Veloursausstattung.
 
In den Innenfarben schwarz, blau, rot und beige lieferbar, verfügte der Berlina ebenfalls über das 4-Speichen-komfortlenkrad und eine spezielle Geräuschdämmung an Motorhaube und Motorstirnwand.
Der Schriftzug “Berlina” an Kotflügeln und Armaturenbrett sollte die gehobene Ausstattung auch nach außen hin darstellen. Gegen Produktionsende wurden aber auch diverse Sondermodelle mit Berlinainnenausstattung angeboten, ohne, daß dies durch einen Schriftzug am Fahrzeug belegt wurde, wie zum Beispiel bei den Sondermodellen Maharadscha, Top und Millionär. Der augenscheinlichste Unterschied des Berlinamodells war jedoch der wuchtige, von innen einstellbare, Fahreraußenspiegel (nicht beim 76er Sondermodell Maharadscha).

Innenraumgestaltung, Berlina-Ausführung

 

Instrumente des Sprint

Der Sprint war als eigenständiges Modell nicht mehr im Programm. Dafür konnten sportlich ambitionierte Rekord-Käufer eine Ausstattungsoption “Sprint” wählen, die neben einer anderen Fahrwerksabstimmung und Sonderinstrumenten, sowie 185/70er Bereifung, auch einen schwarzen Zierstreifen bot, der den sportlichen Anspruch mehr oder weniger vorteilhaft nach außen symbolisierte. War der Rekord C Sprint mit Doppelvergasern und eigenem Motor mit 106 PS noch ein ernstzunehmender “sportlicher” Rekord C, so entwickelte sich der Rekord D in “Sprintausstattung” schnell zum belächelten Möchtegernsportler. Die Ausführung war mit den meisten Motoren des Rekord Programms kombinierbar, unter anderem dem trinkfreudigen und wenig agilen 1,9 Liter N Motor (ab 1975) als Coupe.
 
Der 1,7 Liter N Motor blieb unverändert bei 66 PS. Der 1,7 Liter S leistete nun 83 PS, der 1,9 Liter SH brachte es auf 97 PS. Hierbei stand das H in der Motorenbezeichnung nicht mehr für “Hochleistung” wie bei den Doppelvergaser-modellen, sondern für die Verwendung von Hydrostößeln. Ebenfalls war zum ersten mal ab dem Sommer 1972 ein Dieselmotor für einen Rekord lieferbar.
 

Flowerpower inklusive: Rekord Sprint Coupe

Bewährte Technik in neuem Kleid

 

Geräumig und praktisch : Der Caravan

Der 2,1 Liter Dieselmotor leistete 60 PS. Ab 1975 setzten neue Abgasgesetze der Leistungssteigerung ein Ende. Der 1,9SH wurde auf 90PS leistungsreduziert, der 1700S durch einen abgasärmeren und normalbenzintauglichen, dafür aber trinkfreudigen, 1900N mit 75 PS ersetzt und der 1700N stellte mit jetzt nur noch 60PS die Basismotorisierung dar. Der Diesel blieb im Programm.
Neu hinzu kam ein 2,0 S Motor mit 100 PS. Zu dessen Einführung (beim Diesel etwas früher) wurde die Bremsanlage an der Vorderachse bei allen Modellen verstärkt.
 
Modellveränderungen
 
Januar 1973 Der oft kritisierte Wischerschalter unter den Instrumenten wird gegen eine Schaltereinheit an der Lenksäule ausgetauscht
Modelljahr 1974 Um 1 mm dickere Scheibenbremsen für die Dieselmodelle, Holzimitat am Armaturenbrett, kürzere hintere Seitenschutzleiste
Modelljahr 1975 Einführung der luxuriösen Berlina-Ausstattung mit Feinveloursitzstoffen in schwarz, beige, rot und blau, 2000S lieferbar und damit verstärkte Scheibenbremsen vorne für alle Modelle, neue Sitzbezüge “schwarz-weiß Hahnentritt” und “beige-braun Hahnentritt” neu im Programm bei Grundmodell und L, neue Motorenpalette, neue Innenfarben, Wegfall Lenkradschaltung und Gummibodenbelag bei Grundmodell.
Ab Mai heizbare Heckscheibe ohne Aufpreis, Basismodell ohne Radkappen, Ausstattungsvariante “L” jetzt ohne Stoßstangenhörner, ab August Gummistoßleiste auf der Stoßstange und Tageskilometerzähler serienmäßig.
Modelljahr 1976 Automatikgurte vorn Serie
Modelljahr 1977 Kopfstützen bei Berlina jetzt mit Veloursstoff bezogen

 

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