Opel Rekord C

   
 
 
Der Opel Rekord C
 
Im August 1966 erschien mit dem Rekord C ein völlig neues Modell. War der Rekord B im Prinzip nur ein optisch veränderter Rekord A, der die Einführung der CIH-Motorengeneration unterstützen sollte, so war der Rekord C die seit langem ersehnte Ablösung. Der Wagen wuchs erneut in allen Dimensionen.
 
Die blattgefederte Hinterachse wich der sogenannten “Fünf-Lenker-Achse” mit schräg stehenden Stoßdämpfern. Zwar handelte es sich immer noch um eine Starrachse, allerdings sorgten die Schraubenfedern und die exaktere Führung durch vier Längslenker und dem sog. Panhardstab als Querlenker für ein deutlich hochwertigeres Fahrverhalten. Vom Konzept her sollte diese Hinterachse praktisch unverändert bis ins Jahr 1986 überdauern. Der 1,5 Litermotor wurde in der Leistung auf 58 PS reduziert. Ein neuer 1,7 Liter N Motor mit 60 PS war gegen Aufpreis lieferbar und neu im Programm.
Für die L-Modelle stellte der 75 PS starke 1,7S bis 1969, ab 1969 der 1,7 N die Grundmotorisierung dar.
Ende 1966 war ebenfalls ein 2,2 Liter N-Sechszylindermotor mit 95 PS lieferbar.

Komplett neues Erscheinungsbild

 

Die Rekord Limousine

Diese Variante wurde allerdings nach weniger als einem Jahr bereits wieder eingestellt. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen rechtfertigte die geringe Mehrleistung von 5 PS zum 1900S nicht den erheblichen Mehrpreis, zum anderen stand der Rekord C Sechszylinder in direkter Konkurrenz zum neuen Schwestermodell Commodore A. Der Caravan war erstmals als 5-Türer in L-Ausstattung, sowie als 6-Zylinder 2,2 lieferbar und läutete damit den beginnenden Wandel vom Lastesel zum Lifestylelaster ein, den Opel jedoch in seinen Auswirkungen und Tendenzen nicht rechtzeitig erfasste. Erst der Commodore C Voyage war 1981 ein halbherziger und erfolgloser Versuch dieser Entwicklung mit einem Modell Rechnung zu tragen. Ein Commodore A Caravan wurde nicht angeboten, allerdings wurde auf dem Genfer Salon 1968 eine Studie gezeigt.
 
Mit dem Coupe gelang Opel Anfang 1967 der große Wurf. Als sog. Fastbackcoupe ohne B-Säule, also mit voll versenkbarer seitlicher Fensterfront und dem aparten Hüftschwung des Rekord C ausgestattet, war das Rekord C Coupe ein besonderer Blickfang. Ein Fastbackheck war in der zweiten Hälfte der 60er Jahre in den USA das bestimmende sportliche Attribut eines Coupes. Man erinnere sich an Steve McQueen, der im Filmklassiker Bullit von 1968 mit seinem Ford Mustang Fastback Coupe von einem Dodge Charger Coupe durch San Francisco gejagt wird. Opel war vom Styling her schon immer durch den Mutterkonzern GM sehr an den amerikanischen Geschmack gebunden. In diesem Fall nicht zu Opels Nachteil, wie die breite Fangemeinde des Coupes zeigt.

Viele Farben und Varianten

 

Innenraumgestaltung Coupe

1967 stellte Opel den Rekord “Sprint” vor. Basierend auf dem 1900S in L Ausstattung bot dieses Modell einige Besonderheiten, die ihn, auch optisch, zu einem kleinen Ableger des Commodore A “GS” machten. Wie diese besaß der Sprint Sonderinstrumente, ein schwarz oder silbern lackiertes Heckblech, Sportstahlfelgen und Fünflochachsen sowie einen schwarzen Kühlergrill, allerdings mit dem Schriftzug “Sprint”. Ein Seitenstreifen und Rotwandreifen waren nur beim Sprint und Commodore A GS zu finden. Um den optischen Merkmalen einen adäquaten Motor beiseite zu stellen, wurde der 1,9S Motor mittels zweier Weber-Doppelvergaser und geändertem Zylinderkopf auf 106 PS gebracht. Er übertraf damit sogar leicht die Fahrleistungen des Commodore A, der jedoch aufgrund seines 6-Zylinders immer noch das kultiviertere und gediegenere Fahrzeug war.
 
Da fast nur Coupes geordert wurden, bot Opel ab 1969 auch nur noch das Coupe als “Sprint” an. Die Produktion des Sprint endete bereits im Herbst 1971, also einige Monate vor Ende der Modellreihe, wegen neuer Abgasbestimmungen.
Ab September 1968 ersetzte das neuentwickelte Strassbourg Automatik 3 Ganggetriebe das alte Powerglide 2 Gang Automatikgetriebe. Parallel blieb auch der Olymat, ein halbautomatisches Dreiganggetriebe von Sachs ( bei Ford auch Saxomat genannt ) im Programm. Der Verkaufserfolg blieb jedoch mäßig. Die Dreigangvollautomatik erschien der Kundschaft als die bessere Wahl.
Ab Ende 1968 entfiel das Dreigangschaltgetriebe, das es fortan nur noch in Kombination mit dem Opel “Olymat” gab.

Innenraum Limousine

 

übersichtliche Instrumententafel

Zum Jahreswechsel 68/69 stieg die Leistung des 1,5 Liter-Motors wieder auf 60 PS, und der 1,7 Liter N Motor brachte es nun auf 66 PS. Der Mehrpreis für den 1,7 Liter N Motor als Alternative zum 1,5 Liter N Motor entfiel, was dazu führte, dass der 1,5 Liter Motor nicht mehr geordert wurde und 1970 komplett entfiel. Im Januar 1972 verließen die letzten Rekord C das Rüsselsheimer Werk und machten Platz für den Nachfolger. Den Rekord D, auch Rekord II genannt.
 
Modellveränderungen
 
Modelljahr 68 Einführung der Sicherheitslenksäule, Änderung der Farbpalette
September 1967 Geänderte Batteriehalterung, andere Zierringe bei 14″ Stahlfelgen Bereifung, Mittelschalthebelknauf geändert, Zierblende um Schaltknauf geändert, anderes Dreispeichenlenkrad mit geschlossenen Speichen
Januar 1968 anderer Kühler für 4 Zylindermodelle
Mai 1968 schwarze Instrumentenuhren, Bodengruppe der Karosserie verändert
Modelljahr 69 Zündschloß samt Elektrosatz für Zündschloß geändert
Anfang 1969 Neue Innenleuchte, Außenspiegel nach hinten versetzt, Einstiegsschienen aus Kunststoff statt Alu, Handbremse auf dem Mitteltunnel statt unter dem Armaturenbrett
Mai 1969 Wegfall der Chromrahmen an Instrumenten, Schaltern und Lüftungsdüsen, Schaltersymbole beleuchtet, geänderte Innenausstattungen, bzw. Polsterungen
1969 Wegfall der Liegesitzbeschläge bei der L-Version
Modelljahr 1970 Wegfall Schriftzug “Rekord” auf Handschuhfachdeckel
Januar 1970 Geänderte Instrumentenzifferblätter
Modelljahr 1971 Änderung der Farbpalette, Colorglas auf Wunsch lieferbar, Handbremsknopf schwarz statt Chrom
September 1971 Änderung der Farbpalette

 

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