Opel Rekord C / Commodore A – Karosserie

Rekord C / Commodore A – Die Karosserie
 
Nach den allgemeinen Betrachtungen wenden wir uns nun der Karosserie des zu begutachtenden Objektes zu und beginnen direkt vorne an der Frontmaske: Sind die Zierecken und Leisten aus eloxiertem Aluminium vorhanden und nicht verdellt? Stoßstange gerade? Scheinwerferreflektoren glänzend? (Bild 1)

Bild 1: Inspektion der Lampen

 

Bild 2: korrodierter Lampentopf

Unteres Luftleitblech noch nicht durchgerostet? Der Blick geht zu den Kotflügeln. Rost? vorne beim Blinker, hinten bei der A-Säule vom Schweller bis hinauf zum Scheibenrahmen? Nichts, sehr gut, denn ein Kotflügel kostet heute schon gern 300,– EUR und unter einem rostigen Kotflügel ist meist dann auch das anliegende Blech von A-Säule bzw. Lampentopf hinüber. Zudem sind nur noch wenige paßgenaue Originalersatzkotflügel im Umlauf und die Reproblechteile oft von zweifelhafter Paßgenauigkeit. Wenn es der Verkäufer erlaubt, gehen wir nun zur Demontage der Fontscheinwerfer über, um den Zustand des Lampentopfes einschließlich der ihn umgebenden Luftleitbleche zu prüfen.
 
Tut er dies nicht, läßt sich der Lampentopf auch von unten betrachten, da er an seiner Unterseite zuerst durchfault und hinter dem unterem Luftleitblech einsehbar ist. Die vorderen Längsträger lassen sich ebenfalls auf diese Weise beurteilen, jedoch sind sie nicht so gefährdet wie bei den Nachfolgern und somit eher selten befallen. Blätterteig an den Lampentöpfen findet sich häufig und bedeutet viel Arbeit, da mehrere Blechlagen aufeinander gesetzt sind (Bild 2). Bei geöffneter Motorhaube lassen sich die Hinterenden der Lampentöpfe auch vom Motorraum aus betrachten, nur rosten diese als letzte durch. Wie bereits gesagt, die Unterseiten beginnen zuerst mit der Auflösung. Ein weiterer Blick streift die Batteriehalterung (übergelaufene Säure, Bild 3) und die am inneren Flansch des oberen Luftleitbleches (hoffentlich) vorhandene Fahrgestell-Nr. (Bild 4).

Bild 3: Batteriehalterung

 

Bild 4: Fahrgestellnummer

Den meist ölverschmierten Motor und die weiteren Aggregate betrachten wir zu einem späteren Zeitpunkt und wenden uns den Türschwellern, Türunterkanten und den dazugehörigen Zierleisten zu, auch innen hinter die A-Säulen-Pappe sehen, denn die A-Säule ist auch eine beliebte Faulstelle und verbirgt sich oft hinter dem Kotflügel, so daß eine Begutachtung von innen bei abgenommener Fußraumseitenpappe zwingend durchgeführt werden sollte. Das gilt ebenso für das vordere Schwellerende, daß ebenfalls vom Kotflügel verdeckt ist. Einblick bekommt man auch hier nur von innen mittels abgenommener Fußraumpappe! (Bild 5)
 
Eine weitere Schwachstelle ist der Bereich der vorderen Versteifung zwischen A-Säule und vorderem Längsträger Bild Versteifung. Dieses Stahlprofil läßt sich sehr gut vom vorderen Radhaus von außen beurteilen. Durchrostungen wirken sich ebenfalls auf den inneren Bereich des Bodenblechs aus. Ist die Fußraumpappe entfernt, um die A-Säulen zu begutachten, lohnt es sich den Teppich in diesem Bereich etwas beiseitezuschieben. Hier wird klar, dass der Bereich um A-Säule, Verstärkungsprofil und Schweller nicht nur schlecht einsehbar, sondern auch besonders problematisch ist.
Hängende Türen sind ein Alarmsignal, da sie meist das Ergebnis maroder A-Säulen sind. Sind lediglich die Türbolzen ausgeschlagen, so gibt der Hebetest Auskunft. Man öffnet die Tür auf ca. 45 Grad zum Fahrzeug und hebt das Ende leicht an. Knackt es vernehmlich, so sind die Bolzen der Türscharniere ausgeschlagen. Ist dies nicht der Fall, wird dringend eine Prüfung der A-Säule auf Rost oder unsachgemäße Reparatur fällig, wie bereits oben beschrieben.

Bild 5: Inspektion der A-Säule durch den Fußraum vorne

Besonders bei den späten Baujahren neigt die Seitenwand wenige Zentimeter unter dem hinteren Seitenfenster beim Coupe zur Durchrostung. Grund ist ein kleines von innen angeschweißtes Blechprofil, das als Wasserauffang dienen soll. Während dieses Rostproblem bei frühen Baujahren eher selten auftritt, zeigen späte Baujahre hier ab und an Rostprobleme.
 

Bild 6: Rahmenbögen Radhaus hinten

Nun schauen wir nach den Radläufen, im Radkasten selbst nach den Rahmenbögen rund um die Hinterachse, eine üble Roststelle mit viel Arbeit deren Ersatz zu den schwierigsten und kompliziertesten Reparaturarbeiten an der Rekord C und Commodore A Karosserie zählt (Bild 6). Hier also besonders aufpassen und auch nicht von frischem Unterbodenschutz in die Irre führen lassen! Endspitzen und Heckblech schließen die Umrundung des Wagens ab. Zierecken hinten und Leisten sowie Stoßstangen lohnen auch den prüfenden Blick. wie sein vorderes Pendant hat auch der hintere Scheibenrahmen manchmal Auflösungserscheinungen.
 
Das Vinyldach ist auch ein Hort von Feuchtigkeit und Auflösung, jegliche Aufwölbungen und Rissbildungen sind verdächtig. Wobei die Montage eines neuen Vinyldaches mit ca. 200 Euro recht günstig ist und kein K.O Kriterium darstellt, wenn sich der Rest des Wagens Substanzmäßig gut präsentiert. Auffällige Stellen sind jedoch in Bezug auf das darunter liegende Blech zu prüfen! Ausgeblichene Heckleuchten sind eigentlich Standard, Modellbaufarbe hilft weiter. Opel hatte die Heckleuchtengläser damals nicht durchgefärbt. Auch neue bzw. neuwertige Gläser sind noch beschaffbar, jedoch zu gesalzenen Preisen. Morsche Stellen außen können auch noch innen für Verdruss sorgen. Daher auch in den Kofferraum sehen und das Reserverad herausnehmen (Reserveradmulde, Innenendspitzen usw.; Bilder 7 und 8).
 

Bild 7: Inspektion der Mulde hinten rechts

Bild 8: Die Reserveradmulde im Detail

 
Faule Rahmenbögen sind dann auch dort zu erkennen. Unter der Matte ist der Tank leicht zu prüfen. Rissbildung zum Stutzen und Korrosion am Auflagerand sind wichtig, abgesoffene Tankschwimmer aus Kork ein kleineres Problem. Blick links und rechts zum Rand des Kofferraums. Sind die Schläuche der Dachentlüftung noch da, sonst wird bei jedem Regen der Kofferraum geflutet.
 
Am besten durch die Endspitze nach außen legen. Dann rostet es auch weniger. Die Lösung mit den Flaschen als Wasserspeicher ist nur solange gut, wie deren Kapazität nicht überschritten ist. Der Caravan hat diese Dinge nicht, dafür aber faulende Heckklappen. Eine Stelle, die faktisch nur mit der Entfernung der hinteren Sitzbank einzusehen ist, ist der Bereich wo hinterer Längsträger, Radhaus und Bodenblech zusammenstoßen und an der auch die Gurtaufnahme ansetzt (Bild 9).

Bild 9: Bereich des Radkastens innen hinten

 

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